Der Clown der Meere

Wer kennt Sie nicht. Die lustig anzusehenden kleinen Fische mit ihrer auffälligen Färbung, bei den die wie gelbe bis dunkel lackierte Körperfarbe von weißen senkrechten Binden unterbrochen sind. Dazu kommt noch seine eigentümliche Schwimmweise, die ein mehr oder weniger hektisches Auf- und Abschwímmen bildet und Ihrer schaukelnden Bewegung an einen Clown erinnern.

Der Clown Fisch kommt in warmen aber auch kalten Gewässer vor. Interessant ist die Form des Zusammenlebens zwischen dem Clown- Fisch und einer See- Anemone. Diese Symbiose, das zusammenleben zweier Tiere vollkommener anderen Art und Gattung, wird in diesem Bericht näher beleuchtet.

Im Korallenriff leben die verschiedensten Arten von See- Anemonen. Oftmals ist ein Teppich voller See- Anemonen zu sehen. Es gibt unzählige Arten, wobei die größte bis zu einem Durchmesser von 1,5 Meter erreichen kann. Somit zählen diese zu dem größten Polyp. Die Anemone bevorzugt flaches Gewässer und führt ein relativ sesshaftes leben. Da sie mit dem Boden nicht fest verwachsen sind, können sie sich langsam kriechend fortbewegen. Sie besitzen kein Skelett. Ihre Tentakeln sind mit Nesselkapseln dicht bestückt.

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Die Tentakeln sind mit Nesselgift bestückt.

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Sie dienen nicht nur der Nahrungs- Aufnahme, sondern auch zur Verteidigung. Das Nesselgift schützt die Tiere vor Ihren Feinden. Diese Tentakeln sind in ihrer Färbung unauffällig. Meist beige oder graugrün. Dafür ist aber der Mantel um so kräftig gefärbt. Von violett, blau und grün bis hin zu rot und orange, sind alle Farben denkbar.

Bei Dunkelheit, zieht sich der Außenrand der Anemone zusammen. Die Tentakeln verschwinden in einem ballonartigen Mantel. So ist die große Fußscheibe gut erkennbar, mit dem sich das Tier auf dem felsigen Boden mittels seinen Klebekapseln festhält. In nährstoffreichem Gewässer kommt es oft vor, dass sich schon der Mantel am Tag schließt. Es wird vermutet, dass der Nahrungsbedarf der Anemone gedeckt ist.

In tropischen Gewässer kann man oft Clown- Fischen zwischen den Tentakeln der See- Anemone sehen. Im Korallenriff leben die verschiedensten Arten der Clown- Fischen in kleinen Revieren, deren Mittelpunkt einen Anemone bildet. Es gibt aber nur 10 Anemonearten in dieser Symbiose. Je nach Größe , kann die Symbiose- Anemone zwei bis vier oder noch mehr Clown- Fischen als Wirt dienen. Diese bewohnen die Anemonen in kleinen Gruppen und schlafen sogar nachts im Magenraum der Wirte.

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Bei dieser Symbiose profitieren beide Partner voneinander (=Mutalismus).

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Die Clowns- Fische putzen nicht nur Schmutzteilchen von den Anemonen, sondern schleppt auch größere Futterbrocken aus der Umgebung heran, die die Anemone nicht erreichen kann. Durch Anschwimmen, warnende “Toktok”- Laute und Zurschaustellung ihrer bunten Körper verteidigt der kleine Fisch mutig sein zuhause gegen jeden Eindringling. Somit vertreibt er auch die Feinde die versuchen, die Tentakeln ihrer Anemone abzubeißen

Im Gegenzug bietet die Anemone dem Clowns- Fisch Schutz vor Raubfische. Bei Gefahr kuscheln sich die kleinen Riffbarsche zwischen den stark nesselnden und klebenden Tentakeln seiner Wirtsanemone ein.

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Bei dieser Symbiose profitieren beide Partner voneinander (=Mutalismus).

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Wie es der Anemone- Fisch schafft, von der Seeanemone nicht genesselt zu werden, darüber gibt es zwei Theorien.

Einerseits, scheidet die See- Anemonen einen Schleim aus, der der Anemonenfisch am Körper verstreicht, andererseits, fehlen dem Fisch in seiner Haut biochemische Stoffe, die das Entladen der Nesselkapseln auslösen. Bei einem Versuch wurde der Anemonenfisch für einige Zeit von seiner Wirts- Anemone getrennt. Anschließend nähert er sich nur zögernd, denn trotz vorsichtiger Berührung nesseln ihn anscheinend die Tentakeln. Nach einiger Zeit lässt das Nesseln nach und schließlich badet er sich förmlich im Tentakelwald.

Die Anemonen scheiden einen Schleim aus, der die Tentakeln davor schützt sich gegenseitig zu nesseln. Diesen Schleim nimmt der Fisch auf, während er sich in der Anemone wälzt. Andere Experimente scheinen zu zeigen, dass sowohl Anemone als auch Fisch aktiv zur Adaption beitragen. Besonders auffällig wird diese Verhaltensweise, wenn sich Fremde in sein Revier verirren, das in der Natur bei den herangewachsenen Fischen eine Symbiose- Anemone ist, in der die Tiere trotz deren hochgiftigen Nesselstoffe in den zahlreichen Tentakeln, unbeschädigt Schutz suchen.

Andere Fischarten oder auch Tiere werden von den Anemonen gefangen, getötet und dann verschlungen. Clownfische sind nicht angeboren immun gegen die giftigen Nesselstoffe ihrer Symbiose- Anemone, sondern erwerben diese Immunität im Laufe des frühen Heranwachsens. Kranke und anderweitig geschwächte Clownfische werden von der Anemone aber getötet und gefressen

 

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Eine besondere Fähigkeit dieser Fische

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Eine besondere Fähigkeit dieser Fische ist die Geschlechtsumwandlung. Die Fische leben meist in Gruppen in ihrer Wirtsanemone. Innerhalb einer Gruppe ist stets das größte und dominanteste, also das aggressivste Tier ein Weibchen. Alle anderen sind Männchen. Die Eiablage erfolgt auf festem Untergrund im Schutz der Anemone. Das Gelege wird meist vom Männchen bewacht und gepflegt. Stirbt das Weibchen, wandelt sich das kräftigste Männchen in ein “neues” Weibchen um. So müssen die Anemone- Fische auf der Suche nach einem Partner ihre schützende Behausung nicht verlassen.

In den Seeanemonen leben auch verschiedene kleine Garnelen in Symbiose. Bei Gefahr schmiegen sich die, abgesehen von einigen weißen Streifen und Flecken, glashellen Tiere, den Fangarmen der Wirtstiere so an, dass sie sich völlig im Untergrund verlieren. Sie fressen Abfallprodukte und entfernen allfällige Verunreinigungen.

Ende