Kuramathi

Malediven  Insel “Kuramathi”

Bericht in der Fachzeitschrift “tauchen” veröffentlicht!

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In den 50er und 60er Jahren, als die Sporttaucher- Ausbildung aus der Militärtaucher- Ausbildung entstand, erlangte das Tauchen in gewisser Weise einen verdienten Ruf als schwierige, gefährliche, männlich orientierte Aktivität. Nur der den “Ausleseprozess überlebte“, war in der Lage, sicher zu tauchen. Anfang der 90ern, hat sich die Taucherwelt sehr gewandelt. Aus der damals „männlich orientierte Aktivität“, wurde ein sicherer Freizeitsport für die ganze Familie. Hier möchten wir ein Traum- Reiseziel vorstellen, bei dem dies noch zu angemessenen Preisen möglich ist.

Als wir nach langem Flug und einer ruhigen Speed- Boot Überfahrt auf einer der größten Malediveninsel ankamen, wurden wir mit viel Sonnenschein und einem kühlen Cocktail begrüßt. Nach dem wir uns akklimatisiert haben, gingen wir zum Basisleiter Jan um uns einen Überblick von den Tauchausfahrten und Tauchgebiete zu schaffen.

“Es finden zwei bis drei mal täglich Tauchausfahrten und einmal pro Woche eine Ganztages- Safari ins Ari- Atoll statt. Zudem findet 2 mal wöchentlich ein Early Morning Dive der besonderen Art statt. Das Außenriff liegt nur 5 min Bootsfahrt von der Insel entfernt und es sind alle Tauchplätze in kürzester Zeit erreichbar.” Da wir mit Familie reisten, war das ideal. Die Wartezeit für Kinder waren wegen den kurzen Tauchausfahrten angenehm. Unsere „Zurückgebliebene“ Familie konnte in dieser Zeit am Hausriff Schnorcheln und lernte so die Unterwasserwelt kennen.

„Beim Schnorchel können alle Arten von Fischen bis hin zum kleinen Riffhai gesehen werden“, sagte uns Jan. Dies bestätigte sich auch nach wenigen Tagen. Als wir von einem Tauchgang zurückkamen wurden wir schon ungeduldig erwartet. Das Tauchboot hatte kaum am Steg angelegt wurde uns aufgeregt erzählt, daß unsere Kinder beim Schnorcheln Adlerrochen und sogar bis auf wenige Meter Delfine hatten. Aus diesem Grund nahm ich noch am selben Nachmittag meine Unterwasserkamera bei einem Schnorchetauchgang mit. Prompt sah ich einen kleinen Schwarm Baracuda und einen Manta. Da das Hausriff direkt am Außenriff liegt, ist die Chance groß bei einem Schnorcheltauchgang „etwas besonderes“ zu sehen. Ich ging noch öfters, nur mit Maske, Flosse und Schnorchel ausgerüstet, weit hinaus um einige Schnappschüsse zu erhalten.

Tauchen am Hausriff

Am Tage ist der Taucheinstieg im Umkreis von 200 m des Bootsanlegesteg, wegen an und abfahrenden Boote nicht erlaubt. Die Tauchausrüstung muß weit getragen werden. Wir zogen aus diesem Grund die bequemeren Bootstauchgänge vor. Ab 18.00 Uhr ist der Einstieg vom Steg erlaubt und das Hausriff eignet sich hervorragend für Nachttauchgänge. Bei unseren nächtlichen Ausflüge in das dunkle Wasser gingen wir jedes Mal begeistert heraus. Wir sahen viele Korallenfischarten und niedere Tiere in attraktivsten Farbvarianten. Das Highlight war aber immer das kleine Wrack auf etwa 20 m Tiefe. Dieses liegt ca. 5 min Tauchzeit in der Verlängerung vom Boots- Steg und ist deshalb für jeden Taucher gut zu finden. Bei jedem Tauchgang war die Spannung groß, was sich heute im Wrack aufhielt. Nachts sucht sich oft ein großer Napoleon oder der Riesenzacki, beide 1,5 m groß, das Wrack als Schlafstelle auf. Unmittelbar in der Nähe des Wracks liegen noch zwei große Fässer: Im Scheinwerferlicht konnten wir immer wieder eine Muräne oder einen kleinen Ammenhai sichten.

Kuramathi Divespots

Auf Kuramthi gibt es 12 verschiedene Divespots die von drei Tauchbasen zeitversetzt angefahren werden. Aus diesem Grund sind die Tauchplätze nicht von Tauchern überlaufen und in einem akzeptablen Zustand. Die Fahrzeit mit dem Dhoni beträgt im Durchschnitt 20 Minuten. Die Flora und Fauna ist üppig und zeigt die verschiedensten Meeresbewohner. Es kann allerlei bei einem Tauchgang gesehen werden. Oft sind Meeresschildkröten, Adlerrochen oder Mantas anzutreffen. Bei dem Tauchplatz „Caves“ hat es sehr schöne Überhänge und eine große Fächergorgonien am Eingang. Die Tauchplätze auf Kuramathi sind für Fotofans wie geschaffen. An den Riffkanten herrscht immer Strömung und es hat mehrere ruhige Zonen – Bedingungen, die optimal für das Wachstum unterschiedlichster Korallenarten ist. Durch die Strömungsverhältnisse können immer wieder Riffhaie gesehen werden.

Early Morning Dive der besonderen Art!

Zwei mal wöchentlich findet um 6.00 Uhr ein Early Morning Dive statt. Ihr werdet euch sicherlich Fragen, welche Gründe einen wohl bewegt, in seinem wohlverdienten Urlaub morgens um 5.00 Uhr früh aufzustehen um Tauchen zu gehen? Für uns waren es zwei Gründe. Erstens schlafen die Kids noch und zweitens ist der Tauchplatz ein Highlight auf Kuramathi den niemand verpassen soll. Mit dem Doni fuhren wir zu dem 20 Bootsminuten entfernten Madivaru Riff. Jedem steht die Müdigkeit noch im Gesicht, aber jeder weiß, dass die Chance groß ist, den „Hammer“ unter den Haien zu sehen – der Hammerhai. Beim Sprung ins klare Wasser wird jeder hellwach und wir schwimmen sofort von der Riffkante ins tiefe Blaue hinaus. Jeder schaut um sich, ob er einer der erste ist, der die Hammerhaie entdeckt. Nach ca. 5 min „Blautauchen“ wird der Frühaufsteher belohnt. In 30 Meter Tiefe werden die ersten Hammerhaie gesehen. Manchmal waren es 2 manchmal aber bis zu 10 Stück von diesen eleganten Schwimmer. Die Tiere kamen bis auf wenige Meter an uns heran. Der Trick dabei ist, je länger der Atem angehalten wird, um so näher kamen die Haie. Atmetest du wieder aus, drehten die Haie wegen den Luftblasengeräusche schnell ab und verschwinden im dunklen Meer. Manchmal wünschten wir uns ein Kreislaufgerät auf dem Rücken, damit die Tiere länger hier blieben. Das Madivaru oder auch „Hammerhead“ genannt, ist für die Hammerhaie sehr bekannt. Jeden Morgen ziehen sie an diesem Riff vorbei. Es sind aber nicht nur die Hammerhaie zu sehen. Auch Grauhaie, Riffhaie und Baracuda- Schwärme können gesehen werden. Gegen 8.00 Uhr waren wir meistens wieder auf unserer Insel zurück. Dies war gerade rechtzeitig, da die Kinder aufwachten und ein reichhaltige Frühstück auf uns wartete.

Tagessafari

Einmal pro Woche wird eine Ganz- Tagessafari in das Ari- Atoll angeboten. Natürlich werden hier nur Highlights angefahren wie z.B. „Fishhead“. Unsere Safari ging an den Hai- Spot „Maya Tilla“, auf die Insel Fesdu und an das Halaveli- Wrack. Die Kinder nahmen wir natürlich mit, da auf einer solchen fahrt viel zu sehen und zu tun ist. Die Boots- Crew gab z.B. meinem 8 jährlichen Sohn die Angel in die Hand um das Mittagessen auf der Fahrt zu fangen. Während dem Angeln konnte er fliegende Fische und Delfine sehen. Einen Fisch aber hatte er leider nie an der Angel.

Nach einer 2 stündigen Fahrt, waren wir an dem ersten Tauchplatz angelangt – der Hai- Spot Maya Tilla. Vor dem Abtauchen erfolgte ein Briefing, das uns die Besonderheit des Tauchgebietes erklärte. Kaum waren unsere Köpfe unter Wasser, wurden wir von Haien umzingelt. Es zogen Weiß- und Schwarzspitzen sowie Grauhaie langsam an uns vorbei. Wir blieben zuerst an der Riffkante und schauten dem beruhigenden Schwimmstil dieser Tiere zu. Man vergaß schnell, dass diese Raubtiere der Meere, blitzschnell zuschlagen können. Trotz dieser Gefahr schwammen wir ins Blaue hinaus. Wir wussten, dass einige Meter weiter draußen noch ein kleines Riffdach bis auf 15 m aufsteigt. Die Strömung war stark, aber wir kämpften uns vor umringt von Haien. Als wir über dem Riffdach waren gingen wir auf 30 m Tiefe und sahen die Haie mit offenem Maul. Es war eine Putzerstation für Haifische. Deutlich konnte man die Putzerfische in dem weit geöffnetem Maul eines Haies sehen, wie dieser von Parasiten und Fischresten befreit werden. Nach diesem unvergesslichen Tauchgang, gingen wir weiter zu Insel Fesdu. Vor dem Mittagessen tauchten wir am Hausriff. Das Wasser war klar und wir sahen Schildkröten, Adlerrochen und Tausende von Schwarmfischen. Ein Ammenhai hatte seinen Kopf in eine kleinen Felsnische gesteckt und lud meine Frau zum Streicheln ein. Durch das Erlebnis am Mayatilla vergießt man schnell, daß diese Tiere sehr gefährlich sein können und blitzartig zuschlagen können Mit warnendem Blick signalisierte ich ihr, dass sie das lieber sein lassen sollte.

Die letzte Stadion unserer Safari war das Halaveli- Wrack. Das Wrack liegt auf 26 m Tiefe. Es ist ein altes Stahlschiff ca. 40 m lang und steht aufrecht im Wasser. Für erfahrene Taucher ist ein hineintauchen in das Wrack möglich. Als wir auf dem Grund ankamen begrüßte uns ein Schwarzpunktstachelrochen. Dieser verhielt sich sehr seltsam. Auch der Besenfeilenfisch, der Kofferfisch und der Kaiserfisch, die in der Regel wegschwimmen, wenn ich ihnen mit meiner Kamera zu nah heranrückte, schwamm nicht davon. Sie blieben sehr nahe bei uns. Der Lösung war einfach. Die Fische waren alle angefüttert und warteten auf ihre Ration Futter. Wir hatten als vorbildliche Taucher nichts dabei. Jedoch mussten wir auf die lauernde Muräne achten, da diese gerne selber im Jacket nachschaut, ob nicht doch ein „netter“ Taucher ihr was mitgebracht hat. Nach 25 min Tauchzeit, rät der Tauchcomputer zum Aufstieg. Der anfangs gesehene Stachelrochen, begleitete uns bis kurz unter die Wasseroberfläche. Dies war eine schöne Abwechslung, bei dem sonst langweiligen Sicherheitsstop. Zurück auf Kuramathi wurde noch bis spät in die Nacht über die tollen Tauchgänge auf der Safari, bei einem Cocktail erzählt.

Was bietet die Insel sonst?

Die Insel Kuramathi ist ca. 2,5 km lang und ca. 500 m breit und zählt zu einer der größten Insel auf den Malediven. Die Transferzeit vom Flughafen Male mit dem Speed- Boot beträgt ca. 1,5 h. Für nicht ganz Seefeste besteht auch die Möglichkeit mit dem Wasserflugzeug für ca. 80 $ die Strecke in 30 min zu meistern. Die Insel verfügt über drei, unabhängig voneinander geführten Hotelanlagen mit jeweils einer dazugehörigen Tauchbasis. Die Hotels unterscheiden sich in der Kategorie nur unwesentlich voneinander. Es gibt Reihenbungalows in Richtung Meer, bzw. auf Pfählen gebauten Wasserbungalows. Der Gast hat die Auswahl zwischen verschiedenen Restaurants und Bars. Die Tauchbasis ist mit rund 100 Zehn- und zwölf- Liter Aluflaschen mit INT- Anschluss (Adapter nicht vergessen) ausgestattet. Die Leihausrüstungen es sind ca. 40 Spiro und Mares Kompletausrüstungen sind in einem guten Zustand. Zur Aufbewahrung seiner eigenen Ausrüstung erhält man Kunststoffboxen, die im Gästeequipmentraum untergestellt werden kann. Für die Luft sorgt ein Bauer K 14 Kompressor. Mehrere Boote bringen bis zu 15 Taucher 2- 3 mal täglich zu den Spots. Die Tauchgänge sind auf 30 m Tiefe und 60 min Tauchzeit begrenzt. (Ist aber völlig ausreichend!) Am Tage ist der Taucheinstieg im Umkreis von 200 m des Steges wegen an und abfahrenden Boote nicht erlaubt. Anfänger dürfen nur in Begleitung eines Tauchguides am Hausriff tauchen. Wer einen Tauchkurs auf Kuramathi durchführt, wird nach CMAS oder PADI- System ausgebildet. Die Tauchlehrer sind alle deutschsprachig. Der Basisleiter kann bis zu 5 weitere Sprachen. Wer Lust hat, kann nach dem Tauchen bei Tennis, Tischtennis, Volleyball, Surfen oder Katsegeln den Tag ausklingen lassen. Die Vegetation der Insel ist Abwechslungsreich und lädt immer zu einem Spaziergang ein. Mit dem Shuttel- Bus fährst man bequem zur allabendlichen Stachelrochenfütterung. Es kommen bis zu 20 Tiere bis auf wenige Zentimeter Wassertiefe an das Ufer heran. Dies ist eine Attraktion für groß und klein. Anschließen kann der Sonnenuntergang bei einem kühlen Cocktail an der Bar genossen werden. Daneben laden Tagesausflüge zur benachbarten Einheimischeninsel Rasdooh zum Shopping ein.

Fazit

Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Tauchen mit Familie auf der Insel Kuramathi sehr gut möglich ist. Das Preis-/ Leistungsverhältnis stimmt. Wir habe 25 TG durchgeführt und jeder ist auf seine Kosten gekommen.