Gozo

“Fische auf Gozo? Gibt es keine! Ja gut, die Sichtweiten unter Wasser sind nicht schlecht. Und Ihr wollt auch noch mit Kinder hinreisen?!? Die werden sich doch nur langweilen. Überall am Meer hat es scharfe Felsenküsten und die zwei einzigen Sandstrände sind sowieso überlaufen! Da braucht ihr gar nicht hin!” Solche oder ähnliche Sprüche haben wir vor unserer Abreise oft hören müssen. Aber wir ließ uns dadurch nicht beirren und reisten in das “kahle und dürre” Gozo, 96 km südlich von Sizilien und 290 km nördlich der nordafrikanischen Küste.

luftbildNur eine zweistündige Flugreise von Frankfurt entfernt, liegen die maltesischen Inseln: Malta,Comino und Gozo. Unser Ziel Gozo ist nur ein Drittel so groß wie Malta. Doch im Gegensatz zur fast baumlosen und stellenweise regelrecht zugepflasterten Hauptinsel Malta, bezaubert dieses kleine Eiland mit seinen Hügel und Tälern, durch eine grüne ländliche Idylle, in der sich die Dörfer und kleinen Städten fast verlieren.

Im Hafen von Maresalforn dümpeln lustig- bunter Fischerboote im Wasser. Von hier aus Fahren Tauchboote zu den Dive- Spot´s ab.

Generell kann gesagt werden, dass das Tauchen in den maltesischen Gewässern für alle Ausbildung- und Erfahrungsstufen problemlos ist. Hervorragende Sichtverhältnisse und Strömungen die praktisch nur bei Vollmond auftreten sind ideale Voraussetzungen dafür.

Durch die guten Lichtverhältnisse unter Wasser wird gerne die Tiefe unterschätzt. In 30 m hohle1Tiefe wird nur eine Lampe benötigt, um in die Felsspalten auszuleuchten. Ansonsten ist es Taghell. Sogar die Wellenbewegung an der Wasseroberfläche können in dieser Tiefe noch gut erkannt werden. Vor allem Spalten, Grotten und Höhlen prägen die Unterwasserlandschaft Gozo´s welche aber nur mit einem ortskundigen Tauchführer betaucht werden sollen.

Gefährliche Meerestiere, wie z.B. Drachenköpfe, Feuerwürmer, Seeigel oder Stechrochen gibt es auch hier. Der gefürchtete Hai kommt hier leider nur sehr selten vor.

torbogenEs gibt zahlreiche Tauchplätze auf Gozo und es würde hier den Rahmen sprengen, alle zu beschreiben. Einer der Highlight´s ist der BLUE DOM. Schon der Name verbirgt etwas geheimnisvolles. In Wahrheit, haben hier früher Piraten ihre Schätze in dieser Höhle aufbewahrt. Beim Hineintauchen in die Höhle, ist diese wie jede andere. Das Augenlicht gewöhnt sich schnell an die Dunkelheit. Nach ca. 10 Minuten taucht man im Inneren der Höhle auf, die kpl. von der Außenwelt abgeschlossen ist. Dennoch ist ein schimmerndes Licht zu sehen. Sonnenstrahlen werden durch den UW- Höhleneingang mittels Reflexionen in das Innere geleitet. Das Wasser absorbiert auf diesem Wege bestimmte Lichtwellen und die übrig gebliebenen treten in der Grotte wieder aus. Alles schillert in den schönsten Blautönen. Mit etwas Phantasie, erscheint der Höhleneingang wie ein leuchtender Dom. Gewaltig ist der Anblick dieses Naturschauspiel. Eine Lichtstimmung der Superlative!

Am SAN DIMITRIE POINT erwartet einem außer super Sichtverhältnisse, Schwärme von großen Bernsteinmakrelen und Goldstriemen. Im tiefen Blauen, können fast bei jedem Tauchgang, kreisende Baracudas, kurz unter der Wasseroberfläche beobachtet werden. Soweit das Auge reicht, Fische ohne Ende. Sogar Adlerrochen können hier gesehen werde. Ein Tauchplatz der Superlativen!

Bequem mit dem Bus, sind die Tauchplätze BLUE HOLE, INLAND SEA oder REQQA POINT zu erreichen. Vor allem das BLUE HOLE und der INLAND SEA sind Tauchplätze, die unbedingt in einem Logbuch stehen müssen.

Das Blue Hole stellt einen spektakulären und unvergesslichen Einstieg zu einer Reihe vonilka2 weiteren unvergesslichen Abenteuern dar. Beim Abtauchen begleitet bei Sonnenscheine die Strahlen bis auf den Grund hinunter und zeichnen dort tanzende Gebilde auf. Nach dem passieren des großen Felsbogens – The Archway – können große Muräne beobachtet werden, die die Felsblöcken besiedelt. Mit einem geübten Auge sind sogar Seepferdchen zu finden. Oft waren wir am Blue Hole tauchen und entdeckten jedes Mal etwas neues. Das ist vielleicht auch der Grund, warum in den Sommermonaten ein reges treiben und bis zu 200 Taucher am Tag diese Plätze besuchen.

An “Tauchfreie Tagen” kann man sich im kristallklaren Naß des Mittelmeers tummeln oder einfach nur faul am Strand liegen; entweder an dem halben Dutzend Felsstränden oder an einem der beiden Sandstränden der Insel. Neben San Blas ist das die Ramla Bay. Und dort konnten wir dann im roten Sand aalen und darüber sinnieren, warum unsere Freude eine Familien- Tauch – Urlaub auf Gozo abgeraten haben. Fische gibt es hier massig. Die Kinder hatten einen rießen Spaß und wir konnten an den wenig besuchten Badestrände unbeschwert im Meer planschen. Eines steht für uns fest, wir kommen wieder!

Alle hier veröffentlichte Bilder und Texte sind von Andreas Gerber